Sonntag, 27. Januar 2008

Der wütende Vater und der verlorene Sohn


Der Vater bei dem Interview

Die Vorgeschichte:

Muhammad Hijazi mit seiner Frau


Der junge Mann Muhammad Ahmad Hijazi (Higazi) war der erste Ägypter, der es wagte, vor ein Gericht zu ziehen, um die Änderung des Eintrags seiner Religionszugehörigkeit auf seinem Ausweis zu erstreiten. Er und seien Frau waren vom Islam zum Christentum konvertiert. Die Medien berichteten ausführlich über den Fall, weil es einmalige Schlagzeile war. Bilder von ihm wurden gezeigt und sogar sein richtiger Name wurde angegeben (hier ein Interview mit ihm auf einem ägyptischen Satellitensender) . Seitdem hält er sich irgendwo in Ägypten versteckt.



Vater droht seinen zum Christentum konvertierten Sohn mit dem Tod, wenn er nicht zum Islam zurückkehren würde


Der Vater des zum Christentum konvertierten Muhammad Hijazi sagte in einem Interview mit der Zeitung „ Al Masry Al Yawm“ (Ägypter Heute), falls er seinen Sohn treffen würde, würde er ihn nach den Gründen fragen, die ihn dazu bewegten, den Islam zu verlassen und das Christentum anzunehmen. Er werde ihm eine Chance geben, zum Islam zurückzukehren, falls er dies nicht tue, würde er ihn auf der Stelle töten. „Ich werde darauf nicht verzichten, sein Blut in der Öffentlichkeit (vor der Menge) zu vergießen. Ich werde stolz darauf, ihn getötet zu haben, auch wenn das mich an den Galgen bringen würde. Ich werde ihn aber verzeihen, wenn er zu seiner Religion zurückkehrt, seinen Fehler eingesteht und versichert, dass diese Gruppe ihn zum Christentum gezwungen hat und seine Armut und seine Not ausgenutzt hat“.

Er erzählte weiter: „Mein Sohn hat immer gebetet und gefastet, seitdem er ein Kind war. Er hat viele religiöse Bücher gekauft und gelesen, die in der Bibliothek der Familie in Port Said stehen. Vor drei Jahren hat er eine politische Gedichtesammlung verfasst, in der er die Polizei und die Sicherheitskräfte des Landes kritisiert hatte. Deshalb wurde zwei Monate lang inhaftiert. Als er entlassen wurde, hatte er sich total verändert. Er wollte, dass die Menschen über ihn reden, er wollte etwas anders machen“.
Die ganze Familie leidet und muss vieles durchmachen, seitdem die Geschichte von Muhammad bekannt wurde, erzählte der Vater. Er fügte hinzu:“ Was ist unsere Schuld daran? Was ist die Schuld meiner Familienmitglieder, wenn diese auf der Straße laufen und jemand mit dem Finger auf sie zeigt: Das ist die Schwester von Muhammad, der zum Christentum konvertiert hat. Meine Tochter geht nicht mehr zur Uni. Sie fragte mich einmal, wie sie mit ihren Kollegen umgehen soll, nachdem ein Blogger veröffentlicht hat, dass sie die Schwester von Muhammad sei?“ Der Vater erzählte weiter: “Ich habe meinen Job gekündigt und bin in einem anderen Ort umgezogen, Ich konnte die Blicke meiner Kollegen nicht mehr ertragen. Aber unsere Nachbarn kennen uns gut, und wissen wie religiös und ruhig wir sind. Ganz im Gegenteil, sie haben von Anfang an zu uns gehalten.“

Herr Hijazi bat den ägyptischen Präsidenten, ihm seinen Sohn zurück zu bringen, wie es in dem Fall von Wafaa Costantin geschah, die zum Islam konvertiert war und auf Druck der Kopten mit polizeilicher Gewalt zu ihrer Familie zurückgebracht wurde. Der Vater hat vor, zur Polizei zu gehen und dort um Hilfe bitten, seinen vermissten Sohn zu finden. Er wird der Polizei 15 Tage Zeit geben. Nach dieser Frist wird er nicht mehr verantwortlich sein für das, was er tun werde. Er wird sich an den Verantwortlichen rächen, die seinem Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Nichts wird ihn abschrecken, weder das Gefängnis noch der Tod.